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Darauf haben wir uns alle gefreut. Eigentlich war sie schon für  2020  geplant, musste aber wegen  Corona  verschoben werden.   Jetzt ging es endlich los; mit dem Bus Dahmetal  und unserem Fahrer Karl-Heinz; diesmal war auch wieder seine  ‘ Lebensabschnitts-Gefährtin ‘ Marlene dabei.

Tag 1  (So)     Erster Einstieg  - wie immer -  Herold Center, Norderstedt. Alle waren vorzeitig da, das Gepäck wurde zügig verladen; Abfahrt 6.15 Uhr. Zweiter Halt  - wie traditionell – Busbahnhof beim Hauptbahnhof Hamburg. Auch hier waren alle vollzählig versammelt; Gepäck-Verladung, Einstieg, dann Abfahrt 7.15 Uhr. Insgesamt waren wir jetzt  36 Bus – Reisende, 2 weitere hatten sich für eine Eigenanreise entschieden.

Jetzt begrüßte  Hans  alle Reiseteilnehmer, dann meldete sich auch Karl-Heinz und gab einige Informationen zum Tagesablauf.  Klaus  - diesmal mit einer rot/weiß karierten Schürze versehen -  begann auch gleich mit seinem aufmerksamen Getränke-Service.  Erster Stopp: Raststelle Stolpe.  Dann Weiterfahrt nach Rechlin (an der Müritz, Südufer).

Dort waren wir für 11 Uhr zu einer Führung im  Luftfahrttechnischen Museum  angemeldet. Dieses Museum wird ehrenamtlich von einem Verein betrieben, die Leitung hat Herr Heinrichs. Er informierte uns über die Vorkriegsgeschichte und die aktuelle Situation. Bis zum Kriegsende befand sich hier die damals größte Erprobungsstelle der Deutschen Luftwaffe; heute werden in verschiedenen Hallen umfangreiche Sammlungen von Flugzeugen, Motoren, Zubehör usw gezeigt  sowie zahlreiche Dokumentationen. H.Heinrichs führte uns durch die Hallen und erläuterte Exponate und historische Zusammenhänge. Beeindruckend waren seine Detail-Kenntnis, sein Technik-Verständnis  und auch seine kurzweiligen Präsentationen. Uns hat diese 2 stündige Führung außerordentlich gefallen.

Nach einer Pause mit dem bewährten  ‘ 3-Gänge Menü ‘, Suppe  usw.  ging die Fahrt weiter, zunächst über Bundesstraßen, dann Autobahn. Es lief gut, dann ein schier endloser Stau, es ging nur meterweise voran. Schließlich nutzte Karl-Heinz die nächste Ausfahrt und fuhr ein Stück auf der Gegenfahrbahn zurück, dann Weiterfahrt auf einer anderen Autobahn. Mehrfach musste er das Hotel anrufen und unsere Verspätung ankündigen. Endlich Ankunft 19.15 Uhr im Hotel Radisson Blue Cottbus. Ausgabe der Zimmer-Schlüssel, dann 20 Uhr Abendessen (Büffet).

 

Tag 2  (Mo)    Heute Spreewald-Rundfahrt mit unserem Bus. Abfahrt  9 Uhr. Reiseleiterin: Heidi Kastner, sie begrüßte uns auch auf Sorbisch. Stichpunkte aus ihren kurzweiligen und informativen Schilderungen: der Spreewald-Bereich befindet sich nordwestlich von Cottbus. Größe: etwa 475 qkm, Form: liegende 8 . Gesamtlänge etwa 80 km, Breite bis zu 25 km, engste Stelle 1 km, dort liegt Lübben. Unser erstes Ziel war Lübbenau; eine kleine Stadt, die wir nur aus dem Bus besichtigen konnten. Dann ging es weiter nach Lübben. Dort Ausstieg und ein kurzer Fußweg zu einer Verkostung von verschiedenen Delikatessgurken-Varianten bei  Gurken Paule  .Weiterfahrt nach Straupitz. Dortige Besonderheit: eine selten gewordene Holländerwindmühle . Diese ist noch immer aktiv und wird für verschiedene Anwendungen genutzt. Der Müller-Meister erläuterte insbesondere die Herstellung von Leinöl: aus 10 kg Leinsamen können  - nach einem aufwendigen Aufschließungs-Prozess -  etwa 2,5 l Leinöl – kalt gepresst - gewonnen werden. Auch der verbleibende Press-Kuchen wird für verschiedene Lebensmittel-Anwendungen genutzt.  Das Speisen-Angebot wurde gerne angenommen, besonders beliebt dabei: Pellkartoffeln, Quark, Leinöl; das schmeckte richtig gut. Anschließend Weiterfahrt nach Burg. Dort begann/endete beim Waldschlösschen unsere 1,5 stündige Kahnfahrt durch Spreewald-Kanäle. Wir sahen bei der Vorbeifahrt schöne Häuser auf den Grundstücken und vor allem abwechslungsreiche Natur. Ein besonderes Erlebnis war die absolute Ruhe bei der empfohlenen Gesprächspause. Mücken wurden auch gesichtet, waren aber nicht besonders lästig. Dann Rückfahrt zu unserem Hotel; Abendessen.

 

Tag 3  (Di)      Bereits 8.30 Uhr Start mit dem Bus nach Welzow-Süd (bei Spremberg, S von Cottbus) zur Besichtigung des aktiven Braunkohle – Tagebau’s. Geführt wurden wir von Bodo Schmidtchen. Nach Ausstattung mit Schutzhelmen bekamen wir zunächst Übersichts-Informationen, dann Fahrt mit einem Aufsitzer (umgebauter, hochbeiniger LKW mit Kabine)  in die riesige Grube, hielten an verschiedenen Stellen, Ausstieg. H.Schmidtchen beschrieb sehr anschaulich und kurzweilig den Produktionsablauf und nannte  zahlreiche Daten; u.a.: Gesamtgröße des Abbau-Gebiets: 84 qkm; nutzbare Dicke der Braunkohle-Schicht: 13 – 15 m; Boden-Überdeckung: 90 m. Der abgetragene Boden wird in einem integrierten Arbeits-Prozess sofort auf der bereits ausgebeuteten Fläche verfüllt. Das bedeutet: der Nutzbereich wandert ständig weiter, dafür müssen die Gleise der Bagger dauernd versetzt werden. Länge des Bagger-Auslegers: 500 m. Fördermenge insgesamt: 20 Mio.t pro Jahr. Sortierung in verschiedene Braunkohle-Arten = unterschiedliche Verwendung, z.B. Verbrennung zur Energie-Gewinnung im benachbarten Braunkohle-Kraftwerk  Schwarze Pumpe  oder Aufbereitung zu Kohle-Briketts. Nach Rückkehr zu unserem Bus  gab es zunächst eine Stärkung: 3 Gänge Menü usw. Auf der Rückfahrt nach Cottbus noch ein Stopp an einer früheren Kohlegrube bei Lichterfeld mit dem bekannten  F 60 – Bagger, dann Weiterfahrt  zum Hotel; Abendessen.

Tag 4  (Mi)      Um 9 Uhr übernahm wieder unsere Reiseleiterin Heidi. Zunächst Stadt-Rundfahrt im Kernbereich von Cottbus mit unserem Bus. Sie zeigte Gebäude und Areale und nannte zahlreiche Daten: Cottbus liegt an der Spree; Stadtgründung 1156; aktuelle EW-Zahl: ca 100 000 (Zuwachs u.a. durch Eingemeindung umliegender Orte); Universitätsstadt mit vielen Fakultäten; großes Klinikum; Schwimmhalle mit z.B. 50 m Becken = Wettkampf geeignet; Textil-Industrie; im Mittelalter Handelszentrum. Im 2.Weltkrieg durch Bombenangriffe und Häuserkämpfe schwer beschädigt. Zu Fuß waren wir dann im Altstadtbereich unterwegs, bemerkten die zweisprachigen Straßennamen und Haus-Inschriften (sorbisch/ wendisch). Dann wurde uns die Schloss-Kirche gezeigt, eine ursprünglich evangelische Kirche, die vor einigen Jahren zu einer Synagoge umgewidmet wurde. Der Rundgang endete am Altmarkt. Dort besichtigten wir eine historische Apotheke und erhielten viele interessante Informationen über Arzneimittel gegen verschiedene Erkrankungen. Anschließend Stärkung im Außenbereich eines Restaurants, dann Freizeit. Rückweg zum Hotel per Straßenbahn oder zu Fuß. Abendessen im Hotel.

Tag 5  (Do)     Die ursprünglich vorgesehene Besichtigung des Braunkohle-Kraftwerk‘s  Schwarze Pumpe  war kurzfristig von dem Unternehmen abgesagt worden. Abgeänderter Programmpunkt: Fahrt nach Neuzelle  (NNO von Cottbus) zum “ Barockwunder in Brandenburg “ : das Kloster mit der Stiftskirche  St. Marien .Wir erlebten einen gregorianischen Gesang der Klosterbrüder und erhielten anschließend einen Vortrag über die Geschichte der Benediktiner; außerdem wurde auf zahlreiche Figuren-Gruppen hingewiesen und erklärt.  Anschließend Freizeit, die insbesondere für ein Mittagessen im nahegelegenen Restaurant genutzt wurde. Dann Rückfahrt zu unserem Hotel. Nach kurzer Freizeit versammelten wir uns wieder zum Abendessen.

Tag 6  (Fr)      Kurz nach 9 Uhr starteten wir zur Rückfahrt nach Hamburg und Norderstedt. Unterwegs regnete es streckenweise (das war uns an den Erlebnistagen weitgehend erspart geblieben). Karl-Heinz wählte wieder einmal eine Strecke durch Berlin anstelle einer Umfahrung auf Autobahnen. Dabei überraschte er uns mit einem Stopp im Zentrum von Berlin. Nach mehreren Anläufen fand er einen Bus-Parkplatz direkt am Berliner Dom  , gleich gegenüber vom erst kürzlich eröffneten Neuen Schloss / Humboldt-Forum. Wir hatten etwa  2 Stunden Zeit für eigene Erkundungen. Dann ging die Fahrt weiter, Pausen-Stopp auf der Autobahn-Raststelle Prignitz-Ost. Während der Weiterfahrt bedankten sich die Reise-Teilnehmer bei unserem Reiseleiter  Hans  für diese, wieder einmal sehr gelungene Reise  und bei Klaus für den unermüdlichen Service an Bord. Hans bedankte sich dann bei Karl-Heinz für die umsichtige und immer sichere Fahrweise. Auch Karl-Heinz bedankte sich bei Reiseleitung und allen Reise-Teilnehmern und nannte die insgesamt zurückgelegte Fahrstrecke: 1400 km. Wir erreichten Hamburg am späten Nachmittag, dann Weiterfahrt für die übrigen Reiseteilnehmer zum Schlusspunkt in Norderstedt.

Ein Bericht von Lothar Schickert

  • Fotos zur Spreewald-Reise befinden sich in der Fotogalerie