Unsere Seine-Reise vom 29.09. – 6.10.2018

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Siebenundzwanzig fröhliche GeLHer trafen sich am 29. September am Hamburger Flughafen, um dort ihre Seine-Reise zu starten. Seine-Wasser gab es hier natürlich noch nicht, denn zunächst hieß es: „In die Luft gehen“.

Mit Verspätung (in Hamburg und Frankfurt) ging es los, trotzdem erreichten wir den Flughafen „Charles de Gaulles“ bei Paris relativ pünktlich. - Der Transfer zum Schiff gestaltete sich dann etwas schwieriger. Wir wollten zum aROSA-Anleger in St. Denis (nördlicher Stadtteil von Paris); der Busfahrer hatte aber den Auftrag, eine Gruppe zum Hotel Campanille zu bringen. Nach längerer Diskussion kam heraus, dass das Hotel dem Anleger genau gegenüber lag. Nun endlich stand der Fahrt zum Schiff nichts mehr im Wege, und das Bordleben konnte beginnen - Vive la France !!!  -

Am nächsten Tag, dem 30.September, genossen wir an Deck bei herrlichem Sonnenwetter die Fahrt auf der Seine nach Rouen. Nachdem die Industrieanlagen vom Pariser Speckgürtel hinter uns lagen, wurde die Landschaft rechts und links der Seine lieblich und romantisch.

In Rouen angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg, um die mittelalterliche Stadt zu entdecken. Sie ist eine Hafenstadt mit ca. 110.700 Einwohnern. Eine Erstbesiedelung dieses Ortes lässt sich bis ins 9. – 6. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Mit den 2.000 Fachwerkhäusern und etlichen prächtigen gotischen Kirchen ist Rouen die Hauptstadt der Normandie. Im Jahre 1431 fand hier der Prozess gegen Jeanne d‘ Arc statt, der mit ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen endete.

Am 1. Oktober, nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück, gingen wir noch einmal in die Stadt, um uns weitere Highlights anzusehen,  wie z. B. das gotische Palais de Justice, die Kirche Notre Dame (12. – 16. Jh.) und die moderne Kirche Sainte Jeanne d’Arc, die auf dem Hinrichtungsplatz (Marktplatz) gebaut wurde. Die wunderschönen riesigen Buntglasfenster sind besonders zu erwähnen. Während wir Rouen unsicher machten, starteten andere GeLHer zum Ausflug nach Cote d’Albatre, Le Havre und nach Eretrat mit den blendend weißen, markanten Kreidefelsen.  - 

Um 14.oo Uhr hieß es wieder: Leinen los !!! - 40 km ging es die Seine hinauf, vorbei an unzähligen Kreidefelsen, die von kleinen Dörfern, Wiesen mit Apfelbäumen und englisch geprägten Landsitzen unterbrochen wurden, bis nach Caudebec-en-Caux, wo unsere Ausflügler wieder zustiegen.  -   Feucht-fröhlich endete dieser Tag bei geistigen Getränken in der Lounge.

Nach einem Rundgang am Vormittag des 2. Oktober durch den kleinen Ort Caudebec-en-Caux, der bereits zu Zeiten von Julius Cäsar besiedelt wurde, fuhren wir bei Nieselregen mit dem Bus nach Honfleur, zu einer Calvados-Brennerei und zum Seebad Deauville. Honfleur ist ein kleiner, romantischer Fischerort und Hafen an der Seine-Mündung mit Erstbesiedelung im 11. Jh. Das alte Hafenbecken aus dem 17. Jh. mit den bunten Fischerboten und den fünfstöckigen schmalen, z.T. schieferverkleideten Häusern hat schon Maler wie Monet und Boudin zu bedeutenden Werken inspiriert.

Sehenswert ist auch die Kirche Sainte Catherine mit dem freistehenden Turm und den Zwillingsschiffen. Sie ist ganz aus Holz gebaut und stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Danach stand die Calvados-Brennerei auf dem Programm.  -  Der Bus brachte uns hin.  -  Calvados ist ein bernsteinfarbener Apfelbranntwein aus der Normandie, der seinen Namen der Herkunft aus dem Departement Calvados verdankt. Calvados dürfen sich nur die Cidre- oder Poirébrände (Birnenmost) nennen, die aus der Region von 11 genau festgelegten Anbaugebieten der Normandie stammen.  Auf dem Gelände der Brauerei erfuhren wir einiges über den Apfelanbau, die Apfelsorten, das Brennen und Reifen des Produktes und durften den veredelten Apfelsaft zum Schluss auch probieren und natürlich kaufen.

Nun noch ein kurzer Abstecher nach Deauville, einem mondänen Seebad mit einem Yachthafen, prächtigen Villen, einer Pferderennbahn, einem Cassiono, einem sehr breiten Sandstrand und einem jährlichen Filmfestival. Der Ort liegt genau wie Honfleur und die Calvados-Brennerei im Departement Calvados.

Auf dem Rückweg überquerten wir noch einmal auf der modernen Schrägseilbrücke „Pont de Normandie“ (sie besitzt mit 856 m die größte Spannweite in Europa) die Seine-Mündung und genossen den herrlichen Blick über das Land.

Pünktlich zum Abendessen (was man nie versäumen sollte) waren wir wieder an Bord.

Spätabends legten wir ab und erreichten am 3. Oktober um 8.oo Uhr morgens den Hafen von Les Andelys. -  Das Plural des Namens „Les Andelys“ entstand, weil der Ort aus zwei Andelys besteht, aus Petit- und Grand Anderly. Natürlich erforschten wir auch diese kleine ca. 8.000 Einwohner zählende Stadt, die in einer bezaubernden Landschaft liegt. Kreidefelsen ragen imposant am Ufer der Seine auf. Aber noch höher thront über dem Ort auf einem Kalkfelsen die Burg Gaillard, die Richard Löwenherz, König von England, 1196 als Wachturm (um das Tal der Seine zu überwachen) für 50.000 Livres in nur einem Jahr errichten ließ.

Zur Bordingtime um 19.oo Uhr mussten wir wieder auf der aROSA sein, denn dann ging die Flussreise über Vernon zurück in Richtung Paris. Um 22.oo Uhr legte das Schiff in Vernon an und blieb am 4. Oktober bis zum Abend im Hafen liegen. Ein ganzer Tag stand uns für Vernon und den Monet-Garten in Giverny zur Verfügung. Am Vormittag bummelten wir durch die 24.000 EW zählende Stadt. Erwähnenswert ist die Stiftskirche Notre Dame mit der wunderschönen Fensterrose. Bis ins 11. Jh. gehen die Ursprünge dieser Kirche zurück.

Auf der anderen Seine-Seite steht auf Resten einer mittelalterlichen Brücke die Fachwerkmühle „Le Vieux Moulins“ aus dem 16. Jh.  Claude Monet war davon so beeindruckt, dass er sie auf Bildern festhielt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Chateau des Tourelles, ein Wehrbau aus dem 12. Jahrhundert.

Um 12.oo Uhr gab es Mittagessen an Bord, was man auf gar keinen Fall ausfallen lassen durfte. Danach fuhr uns der Bus nach Giverny. Wir spazierten auf Monets Spuren, sahen seinen berühmten Seerosenteich mit der grünen Brücke, das Wohnhaus des Malers und den herrlichen Blumengarten und alles durchtränkt von hellem Sonnenlicht. Hier erwachten Monets Bilder wieder zum Leben.

Am Abend war Showtime. Ein Künstlerpaar trat in der Lounge auf und sang für uns Chansons, Songs aus Musicals und andere bekannte Lieder.  -  Die Erinnerung an die schöne Musik und die sanften Wellen der Seine wiegten uns bald darauf in den Schlaf.

Am Morgen des 5. Oktobers erwachten wir in St. Denis, dem Ausgangspunkt der Flussfahrt. Dieser Tag galt ausschließlich Paris. Morgens unternahmen wir eine Stadtrundfahrt. Für Paris ist der Name „fahrt“ in diesem Wort sehr übertrieben, denn die meiste Zeit standen wir im dicken Pariser Verkehr. Leider konnten wir deshalb die vielen wunderschönen Bauwerke der Stadt in Verbindung mit den gelungenen Kommentaren und Erklärungen der Stadtführerin nur vom Bus aus bewundern. Ein wenig Zeit blieb uns am Place du Trocadero für einen tollen Blick auf den Eiffelturm. Weiter ging es durch die mit Autos überfüllte Stadt, die man am besten per Pedes erforschen sollte. Dank unserer Stadtführerin und dem geschickten Busfahrer erhielten wir aber auch so einen guten Überblick über die vielen Prachtbauten und krochen bald zufrieden zum Schiff zurück.

Es folgten Mittagessen, an Deck ausruhen, Koffer packen, Kaffee trinken, an Deck klönen und das Abendessen und danach die Lichterfahrt durch ein nicht mehr ganz so volles Paris. Wieder war der Eiffelturm der Höhepunkt. Am Abend leuchtet er golden, und zu jeder vollen Stunde glitzern um ihn herum unzählige kleine Sterne. Der Eiffelturm und die anderen angestrahlten Gebäude verliehen unserer Reise einen schönen Abschluss.

Dann war der 6. Oktober da, und wir machten uns früh am Morgen auf den Heimweg. Wieder kam es zum Missverständnis zwischen dem Busunternehmen und uns. Wir warteten natürlich bei der aROSA und der Busfahrer an einer falschen Hoteladresse. Aber auch das wurde geklärt, und wir flogen zufrieden zurück nach Hamburg, in die schönste Stadt der Welt.

Danke lieber Hans für diese vielen interessanten Eindrücke.

A. Bibow

 

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