Stadtgang, vom Rathaus zur Elbphilharmonie

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Bei Hamburger Schietwetter (viel Wind, kühl und Regen) trafen wir uns zu einem interessanten Stadtgang entlang des Alsterfleets, dem Neuen Wall und den Großen Bleichen. Es ging diesmal vom Hamburger Rathaus bis zur Elbphilharmonie.

Das Alsterfleet ist die einzige durchgehend schiffbare Verbindung (1000 Meter) zwischen der Alster und der Elbe. Der unterschiedliche Pegelstand zwischen Alster und Elbe wird über Schleusen, die auch dem Hochwasserschutz dienen, geregelt. Fischtreppen machen den Fischzug möglich.

Zuerst ging es ein Stück entlang der Alsterarkaden, einem Teil des Alsterwanderweges. Der Bau der Arkaden wurde bis 1843 im Verlauf des vormaligen Vogelswalls ausgeführt, die dahinterliegenden fünfstöckigen Häuser, teilweise im Jugendstil, entstanden in den Folgejahren bis 1846. Einige Passagen mit vielen noblen Geschäften und netten Lokalen verbindet die Arkaden mit dem Neuen Wall.

Der Neue Wall war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Befestigungsbauten der Stadt aus dem 13. Jahrhundert. Der Wehrbau wurde 1707 abgetragen und die Straße mit dem Namen Neuer Wall angelegt. Dieser erste schnurgerade Landverkehrsweg der Stadt war für vornehmes Wohnen vorgesehen. Den dort vorherigen Ansässigen wurde somit das geruchbelästigende Gerber- und Färbergewerbe untersagt. Das erste, hier 1710 errichtete Gebäude, war der später beschriebene barocke Görtz-Palais. Bei klarer Sicht konnten wir in Achse, über die Außenalster, bis zum Kirchturm von St. Gertrud in Hohenfelde sehen.

Von den Alsterarkaden ging es entlang des Bleichen Steges zum „Empire of Style“, der Kaisergalerie. Der Name ist anlehnend an einen Besuch Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1881 - einer Galerie mit Geschäften dem exklusiven Stil verschrieben.

Das Hanseviertel wurde 1980 im Herzen der Hamburger Innenstadt als eine der ersten Passagen Deutschlands eröffnet. Shoppen, schlemmen, bummeln, verweilen – hier trifft hanseatische Tradition auf genussvollen Lebensstil. In der Rotunde befindet sich die größte schwimmende Weltkugel Westeuropas. Auch hier gab es ausführliche Erklärungen.

Vorbei ging es dann am Broschek-Haus, ein 1925–26 nach den Plänen des Architekten Fritz Höger erbauten Kontor-Hauses der bekannten Verlags- und Tiefdruckanstalt Broschek. Es wurde aber inzwischen umgebaut und wird derzeit als Marriott Hotel genutzt. Im Mauerwerk des Eingangsbereiches befindet sich Hamburgs kleinstes Denkmal von 20 cm, eine Skulptur in Gedenken an den Firmengründer Franz Broschek (1877-1940).

Weiter ging es dann zum geschichtsträchtigen Görtz-Palais. Das prächtige dreigeschossige, im Barockstil erbaute Gebäude, wurde ab 1710 vom Hamburger Architekten Johann-Nikolaus Kuhn entworfen und war zu dieser Zeit das erste und einzige Gebäude am Neuen Wall. Kuhn setze hier das aus Italien stammende Motiv der dreischiffigen Einfahrtshalle um. Das Gebäude wurde Vorbild für viele weitere großzügige barocke Stadthäuser in Hamburg. Gegenüber dem Gebäude befindet sich ein Denkmal für einen bedeutendsten Bürgermeister der Hansestadt, Carl Friedrich Petersen.

Als nächstes ging es zum Johann-Paulsen-Haus, ein traditionsreiches Kontor-Haus im Herzen Hamburgs. Es besticht durch seine attraktive Fassade im Stil der Gründerzeit und hat auch eine sehr interessante Geschichte. Auch gibt es hier im Haus noch einen funktionierenden Paternoster.

Mit vielen weiteren Geschichten und vielen Interessanten Erklärungen ging es dann über die Fleet-Insel in Richtung Elbphilharmonie unserer „Elphi“.
Zwischen dem backsteinverkleideten Sockelbau des Kaispeichers A, eines ehemaligen Kakao-, Tee- und Tabak-Speichers und dem glasumhüllten Aufbau befindet sich im achten Obergeschoss auf rund 37 m Höhe die öffentlich zugängliche so genannte „Plaza“ mit einem Umgang im Freien. - Von dort hatten wir wunderschöne Ausblicke über die Elbe, HafenCity / Hafen und die Hamburger City. Dorthin gelangt man über eine 82 Meter lange und 26 Meter hohe Rolltreppe (die so genannte Tube) sowie einer zweiten, kurzen Rolltreppe. Der Zugang ist kostenfrei aber aufgrund der Nachfrage auf eine Stunde zeitlimitiert. Der Große- und der Kleine-Konzertsaal, sowie das Hotel sind nicht zur Besichtigung freigegeben. Weitere Details und die Geschichte über die Elphi sind in vielen Medien ersichtlich (hier toller Film, im Flug durch die Elbphi): https://countdown.elbphilharmonie.de/de/slowmotion/#!/

Ein interessanter Stadtgang mit vielen neuen Eindrücken und Geschichten, auch für ältere Hamburger.

Gerd Bloehs

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