Stadtgang durch die Hamburger Speicherstadt – auf Plattdeutsch

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Vorweg eine Erklärung für Euch zur alten Hamburger Sprache Plattdeutsch:

"Hochdüütsch kann jeden Dösbaddel snacken, Platt is för de Plietschen!"

Die Speicherstadt, ca. 1,5 km lang, wurde 1885-88 als größter zusammenhängende Lagerhauskomplex auf der Kehrwiederspitze gebaut und von der Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft, der heutigen HHLA verwaltet. Für den Bau wurden die dort vorhandenen Wohnhäuser abgerissen und ca. 20.000 Menschen umgesiedelt.  Die Speicherstadt ist inzwischen ein UNESCO-Weltkulturerbe mit wilhelminischer Backsteingotik aus der Gründerzeit mit Türmchen und bizarren Giebeln die sich bei Sonnenschein in den Fleeten spiegeln. Die Lagerhäuser ruhen auf rund 3,5 Millionen Eichenpfählen, die bis zu zwölf Meter tief in den weichen Schlick gerammt wurden. Darauf wurden dann die Lagerhaus-Backsteinbauten mit Eichenholzstruktur gebaut.

Wir trafen uns beim InfoCenter am alten Kesselhaus der HafenCity um uns durch Torsten Börnsen auf humorvolle Art die Speicherstadt näher bringen zu lassen.

Das Kesselhaus lieferte die Energie für eine benachbarte Maschinenzentralstation, die Wasser in einem geschlossenen Kreislauf für den Antrieb von Winden auf alle benachbarten Speicher verteilte. Mit den Winden wurden die Waren dann von den Ewern und Schuten auf die Lagerböden verteilt. An einem 1:500 Modell der HafenCity wurde uns die Entstehungsgeschichte der Speicherstadt eingehend erklärt.

Weiter ging es dann Richtung Brook, vorbei an der Brooks Brücke mit den Statuen von Hammonia (Schutzgöttin Hamburgs) und Barbarossa (Kaiser des römisch-deutschen Reiches).

Am Pickhuben 9 bei Hälssen & Lyon (the world of tea under one roof) wurde uns nun im Detail das Leben und Wirken der Kaufleute bis zu den Quartiersleuten und der Lagerhaltung erklärt, siehe Google Arts & Culture: https://artsandculture.google.com/exhibit/swLSbXi057aXJw?hl=de

Nun ging es Richtung St. Annen, einer Figur an der Nordostecke eines neogotischen Baus in Erinnerung an die dort früher befindliche St. Annen-Kapelle (St. Anna - Großmutter Jesu - die Mutter Mariens).

Mit vielen Geschichten und Erklärungen über die jetzige Nutzung und den Denkmalschutz der alten Speicher und Gebäude ging es dann Richtung HHLA-Zentrale / Rathaus. Einem Verwaltungsgebäude in typischer Rathausarchitektur (1902/1904) inkl. Arkaden und Uhrenturm. Nach den Entwürfen von Johannes Grotjan und der Firma Hanßen & Meerwein errichtet.

Zurück ging es dann in Richtung dem 400 m langen Überseeboulevard mit vielen, leider leeren Geschäften und Restaurants (die HafenCity hat ca. 10.000 Einwohner und 40.000 Büroangestellte, was sich an Wochenenden stark bemerkbar macht). Weiter dann über die Magellan Terrassen zum Traditionsschiffhafen - Sandtorkai. Auch hier gab es nochmals viele Erklärungen, unter anderem zu den hier vorhandenen neuen, modernen Bauten.

Nach einem gemütlichen Aufenthalt auf der Terrasse vom Restaurant Chili Club endete der Stadtgang.

Fazit, ein sehenswerter Stadtgang mit vielen Erklärungen und tollen Geschichten.

Danke an Hans für die Organisation.

Gerd Bloehs

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