Radtour am Nord-Ostseekanal

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Fahrradfahren am Nord-Ostsee-Kanal macht einfach Spaß, denn, frische Luft, freie Fahrt und beste Sicht auf die dicken Pötte gibt‘s gratis. 

Unsere Tour begannen wir mit der Kanalquerung auf die Nordseite in Breiholz und fuhren zunächst auf den sogenannten Arbeitswegen Richtung Rendsburg. Am Kanalufer bemerkten wir sofort die Vorbereitungen für die TV-Übertragung des Ruder-Kanal-Cups am folgenden Wochenende mit den weltbesten Achtern aus Deutschland, Großbritannien, USA und Niederlande. Höhe der Ortschaft Nübbel verließen wir den Kanal und überquerten den längsten Fluss Schleswig-Holsteins, die Eider, über eine Fußgängerbrücke. Die Eider fließt hier fast parallel zum Kanal bis Rendsburg. Weiter ging‘s auf guten Radwegen Richtung Fockbek, vorbei am Fockbeker See und Rendsburger Stadt See, ins Innenstadtgebiet von Rendsburg. Auf historischen Kopfsteinpflastern gelangten wir auf den großen Paradeplatz, der mit seinen umliegenden Gebäuden eine einheitliche barocke Erscheinung bildet. 

Die Straßen verlaufen sternförmig zu den ehemaligen Außenposten (Bastionen) sowie zum ehemals südlichen Stadttor. Durchs Hafengebiet fuhren wir zum Restaurant Brückenterassen, mit Schiffsbegrüßungsanlage und direkt am Kanal und unterhalb der „Eisernen Lady“, eine der größten Eisenbahnbrücken Europas, gelegen. Die Schwebefähre ist infolge eines Unfalls leider nicht mehr vorhanden und es wird derzeit eine neue gebaut. 

Nach einem rustikalen Mittagstisch unterquerten wir den Kanal durch den 130 m langen Fußgängertunnel, erbaut von 1962 - 65. Es ist schon ein sehenswertes Bauwerk mit jeweils 2 Rolltreppen, jeweils ca. 55 m lang zum Hinauf- bzw. Hinabfahren. Wir benutzten mit unseren Rädern aber die Fahrstühle mit einer Förderhöhe von 28 Metern. 

Auf der südlichen Kanalseite, durch Osterrönfeld radelten durch weite Landschaften, vorbei an Reiterhöfen und Gestüten ins Naturschutzgebiet „Wildes Moor“. An einem Aussichtspunkt war ein freier Blick auf dieses Hochmoor möglich. Den Abflug gen Süden von ca. 20 Kranichen konnten wir auch miterleben. Über Jevenstedt gelangten wir wieder an den Kanal. Halt machten wir dann noch an der Lotsenstation Rüsterbergen, betrieben von der Kieler und der Brunsbütteler Brüderschaft.  Hier bei Kanalkilometer 55 war ein geschäftiges Treiben zu beobachten, denn hier wechseln sich die Lotsen quasi im fliegenden Wechsel während der Fahrt ab. Ein Lotsenboot fährt hierfür an das fahrende Schiff heran und übergibt einen neuen Lotsen, der über eine Strickleiter, eine sogenannte Lotsenleiter, an Bord geht. 

Nach ca. 47 gefahrenen Kilometern, bei aufkommendem Wind und größerer Bewölkung gab es noch einen Abschluss Kaffee am Fähranleger Breiholz. Klaus Roll hat für unsere 10-köpfige GeLH- Radgruppe wieder einmal eine schöne und interessante Tour ausgearbeitet und geleitet.

R. Suhr

 

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