Radreise Ostseeküste / Boltenhagen Mai 2018

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Unsere erste mehrtägige Radreise Ende Mai 2018 hatten wir unter das Motto gestellt:

Entspanntes Radfahren, frische Luft, herrliche Landschaften, eine ganz besondere Atmosphäre und die immer wieder schönen Blicke über die Ostsee entlang des Küstenabschnittes zwischen Travemünde und der Hansestadt Wismar, hatten wir auf dem Programm.

Bevor wir unser Hotel in Boltenhagen bezogen, trafen wir uns um die Mittagszeit zur ersten 24 km langen Tour auf einem Parkplatz in Pötenitz, unweit von der Halbinsel Priwall an der Travemündung. Bereits bei dieser Tour bekamen wir schon den ersten Eindruck von den unterschiedlichen Beschaffenheiten und zu bewältigenden Höhenunterschieden der Radwege entlang der Steilküste. Es ging schon jetzt immer wieder rauf und runter.

Kurze Rast machten wir dann in der Nähe des Schlossgutes Groß Schwansee, einer im 18. Jahrhundert errichteten Gutsanlage, die heute als Hotel und Tageszentrum genutzt wird. Am Wegesrand fiel dann ein eher schlichtes Birkenholzkreuz auf, ein Mahnmal das an die vielen Tausend Opfer infolge der Bombardierung der KZ-Häftlingsschiffe „Cap Arcona und Thielbek“ in der Lübecker Bucht, erinnert. 

Danach bezogen wir unser Hotel „John Brinckman“ in Boltenhagen.

Ein in den frühen Morgenstunden aufgekommenes Gewitter mit kräftigem Regen verschaffte uns für die zweite Tour angenehmere Temperaturen. Die Radwege waren nicht mehr so staubig, allerdings musste die eine oder andere Pfütze umfahren werden. Es ging zunächst an der ziemlich langen Uferpromenade entlang Richtung „Weiße Wiek“, einer neu gebauten Ferienanlage mit modernem Yachthafen, erstellt auf einem ehemaligen Militärgelände. An kilometerlangen Ufer- und Strandabschnitten entlang erreichten wir die Wismarbucht mit Blick auf die unverwechselbare Silhouette der alten Hansestadt und der riesigen Schiffbauhalle. Die 53 km lange, gefahrene Strecke machte dann aber Hunger und Durst, den wir dann beim „Griechen“ in der Innenstadt, stillten.

Unsere dritte, 38 km-Tour gen Westen, entlang der ursprünglich, rustikal und unglaublich schönen Steilküste erlaubte immer wieder einen weiten Blick über die Ostsee. Das eine oder andere Fährschiff war am Horizont zu sehen. Gemütlich vorbei an riesigen Rapsfeldern, durch kleine Wälder und dann immer wieder diese Hügel mit den langen Auffahrten und rasanten Abfahrten. Unsere Pedelecs machten sich das eine oder andere Mal bezahlt. Auf teils abgesackten Streckenabschnitten war allerdings auch manchmal „schieben“ angesagt.

Auch der sogenannte Kolonnenweg, ein Relikt aus der innerdeutschen Teilung, war aufgrund der verwitterten, unebenen und von Pflanzen durchsetzen Beton-Lochplatten beschwerlich zu befahren. Ausgleichend dafür erfrischten sich einige von uns an den zugänglichen Strandabschnitten mit einem kühlenden Fußbad in der Ostsee. In einem ehemaligen Siedlerhof, jetzt restauriert als gemütliche Radlerpension, machten wir eine kurze Verschnaufpause. Leckeres Eis und diverse Kuchenspezialitäten aus der hauseigenen Bäckerei wurden angeboten. 

Mecklenburgische Küche gab es zum Tagesabschluß. 16 GeLH-Radl. dankten Klaus Roll schon einmal für die Planung und Organisation der Touren mit einem kleinen Geschenk und einem Gutschein für eine Massage im Spa des Hotels. Die kleine Bierdusche war allerdings nicht geplant und nur einer kleinen Unaufmerksamkeit des Kellners geschuldet.  

Am vierten Tag machten wir noch einen Abstecher vorbei an Wismar und weiter über einen Damm auf die Insel Poel. Die Insel Poel gehört eher zu den kleineren und unbekannteren Inseln im Ostseeraum. Vielleicht gerade deswegen hat sie sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Der erste Parkplatz nahe Fährdorf war Treffpunkt, um von dort die Insel mit einer 27 km langen Fahrstrecke, zu umrunden. Hier war ein eher entspanntes Fahren möglich. Es gab keine größeren Steigungen, ein kurzer Streckenabschnitt ließ aber aufgrund von Sandverwehungen ein befahren nicht zu. Findige von uns wichen daraufhin direkt an den Strand aus. Mittagsrast machten wir in Timmendorfer Strand, einem kleinen Ort mit Hafen und Leuchtturm, um von dort durch Naturschutzgebiete und den Hauptort der Insel, Kirchdorf, zum Ausgangspunkt zurück zu radeln.

Fazit: Das war wieder einmal eine gelungene Radtour, 142 km lang und auch dank besonnener Fahrweise, unfallfrei. Organisation, Unterkunft, Glück mit dem Wetter passten und viele neue Eindrücke wurden gewonnen. Nach Aufzeichnungen mit einem GPS-Logger erreichten wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von min. 15 km/h, bzw. max. 34 km/h, wobei bei den Abfahrten über 39 km/h aufgezeichnet wurden.  

R. Suhr

 

 

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