Fahrradtour Otterndorf-Cuxhaven-Wingst

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Unsere erste, dreitägige Radtour führte uns Ende Mai 2019 ins Land Hadeln, einer historischen Landschaft im äußersten Nordwesten Niedersachsens, gelegen im Elbe-Weser-Dreieck an der Elbe-Mündung. Quartier machten wir - 15 GeLH-Radler. - in dem schönen, gemütlichen Hotel „Land & Meer“ in der „Grünen Stadt am Meer“, dem Nordseebad Otterndorf, um von dort aus den Radtouren zu beginnen.

Ziel unserer ersten 41 km langen Tour war das Oste-Sperrwerk bei Neuhaus. Schon auf dem Weg dahin konnten wir diverse Küstenschutzmaßnahmen der Deichverteidigungslinie von Cuxhaven bis Hamburg, beobachten. Deicherhöhungen sind wohl permanent erforderlich, weil z. B. auch durch die Elbvertiefung immer wieder Teilabschnitte, absacken.  

Kurze Rast am Natureum Niederelbe, ein Freiluftmuseum mit Ausstellungen über die "Lebensader Elbstrom" mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt sowie der wirtschaftlichen Bedeutung durch Seefahrt und globalen Handel. Auch die Skelette der verschiedenen Walarten, die im Laufe der Zeit gestrandet waren, sind zu sehen. Am Oste-Altarm, jetzt genutzt als Wasserski & Wakeboarding Anlage machten wir noch eine kurze Kaffeepause. Zurück radelten wir über den Elberadweg bis zur Otterndorfer Schleuse. Im Restaurant „Elbterrassen“, mit Blick auf den kleinen Hafen und die Elbmündung nahmen wir unser Abendessen ein.

Unsere zweite, 44 km lange Tour führte uns wieder über den Elberadweg nach Cuxhaven. 

Zunächst radelten wir durch die ausgedehnte Freizeitanlage „Achtern Diek“ mit Campingplatz, Ferienhäusern und mehreren Seen für diverse Wassersportarten direkt ans Elbufer. Der überwiegend asphaltierte bzw. gepflasterte Weg war gut zu befahren, allerdings mussten wir wegen der Schafsgatter des Öfteren absteigen, dafür entschädigte aber der traumhafte Blick auf die Elbmündung mit dem intensiven Schiffsverkehr. Während dieser Exkursion gab Klaus Roll noch weitere, kurze Erklärungen zur Elbe, von der Quelle über den Verlauf durch die verschiedenen Bundesländer bis zur Mündung. Viele Abschnitte des Elbverlaufes haben wir im Laufe der Zeit ja auch schon befahren. Vorbei am führenden Offshore-Basishafen, dem Deutschen Offshore Industriezentrum Cuxhaven, von wo aus die Windparks in der Nordsee gebaut und versorgt werden, dann vorbei an Betrieben der Fischwirtschaft, gelangten wir zur „Alten Liebe“. Dieser ehemalige Anleger im Hafen dient heute als Aussichtsplattform. Die Schiffe nach Neuwerk und Helgoland sowie zu den Seehundsbänken legen heute Hafen einwärts in der Nähe der Plattform ab. Weiter ging‘s zum nördlichsten Punkt Niedersachsens, ein aus Holz errichtetes, ca. 28 Meter hohes Seezeichen, die Kugelbake und Wahrzeichen von Cuxhaven.  Nach einem kurzen Restaurantaufenthalt am Strand im heutigen Kurviertel Döse, machten wir noch kurz Halt am Fort Kugelbake. Das ist eine ehemalige Marinefestung, zwischen 1869 und 1879 an einer strategisch günstigen Position an der Flussmündung errichtet, um mit seinen 14 Küstengeschützen feindlichen Kriegsschiffen, damals den französischen, die Zufahrt zur Elbe zu versperren. Heute ist es das letzte erhaltene Artilleriefort der Marine an der deutschen Nordseeküste.

Den Tag ließen wir mit einem gutbürgerlichen Essen im Ratskeller, gelegen im historischen Altstadtkern von Otterndorf, ausklingen.

Bei kühlen Temperaturen und immer wieder auffrischendem Wind starteten wir unsere 51 km lange Abschlusstour in die Wingst. Zunächst im flachen Marschland mit Wiesen und Feldern, gelangten wir dann in die Wingst, ein hügeliges Waldgebiet, auch als “grüne Lunge der Nordsee”, mit den höchsten Erhebungen im Cuxland, bezeichnet.

Am Familienzoo, der Schrei von Mandschurenkranichen und das Krähen von Hähnen war zu hören, rasteten wir kurz. Eine sportliche Herausforderung war allerdings das Hochfahren auf den 62 Meter hohen Deutschen Olymp. Über eine Strecke von ca. 400 Meter mussten 18 % Steigung bewältigt werden. Unsere Pedelecs kamen schon an den Rand der Leistungsfähigkeit. Dafür war die kurze Abfahrt rasant und entspannend. Nächstes Ziel war Oberndorf an der Oste. Hier enterten wir den „Ostekieker“, ein festliegendes Restaurantschiff, gelegen hinter der Dorfkirche mit Blick auf die Oste und Straßen-Klappbrücke. Die Rückfahrt nach Otterndorf war aufgrund des Gegenwindes durchaus anstrengend und wir freuten uns auf den kulinarischen Abschluss beim „Griechen“.

Anlässlich unserer abendlichen Zusammenkunft im Hotel, von unseren Frauen auch mit einem guten Tropfen und sonstigen Leckereien versorgt, dankten wir Klaus Roll und Klaus Petroff für die wieder einmal perfekte Organisation und Führung.   

R. Suhr

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