Buon giorno, bella Italia

von

GeLHer - Reise vom 25. Sept. - 4. Okt. 2019

Bekanntlich beginnen fast alle Märchen mit einem „Es war einmal...“  und die Reisen der GeLH im Vereinslokal mit einer Vorbesprechung sowie dem Verteilen der nötigen Unterlagen. Unser Reiseleiter Hans erzählt dabei aber keine Märchen, sondern knallharte Tatsachen, wie z.B. Abfahrt zu nächtlicher Zeit. Die 29 Teilnehmer aber, das darf hier schon gesagt werden, erwartet eine märchenhaft schöne Fahrt in eine bezaubernde Landschaft. Leider wurde bei der Vorbesprechung vergessen, einen Wetterverantwortlichen zu bestimmen.  Das Wetter war darüber verärgert, zeigte sich am ersten Reisetag betrübt und schickte ein paar Schauer. Schleunigst wurde der Fehler korrigiert. Der Reiseleiter ernannte einen nahen Verwandten. Der machte seine Sache gut, verausgabte sich dabei aber und fiel am letzten Tag komplett aus.

Mittwoch, 25. 09.                                               Anfahrt (1.Tag)
Die doch recht lange Anfahrt musste in zwei Etappen durchgeführt werden. Für die 730 Km von Norderstedt bis nach Baden Baden wurden genau 12 Stunden! benötigt. Jede Menge Baustellen, eine davon 30 Km lang, waren die Ursache. Die Stimmung an Bord war trotzdem gut, der Sekt auch, und die im Rahmen des Mittagsmenüs servierten Würstchen schienen diesmal besonders schmackhaft.  Unser Hotel führte den eleganten Namen „Radison Blu - Badischer Hof“     und trug 4 Sterne. Sie waren, was Zimmer und Abendessen betraf, berechtigt, auch wenn für ein Glas Wein € 10 berappt werden mussten. Der fällige Spaziergang nach dem Essen führte uns durch eine sehr saubere, fast menschenleere Altstadt, die sicher nicht der Normalzustand in Saisonzeiten ist. Die Stadt hat einiges zu bieten. Entstanden aus der Burg Hohen Baden im 11. Jahrhundert, wussten schon die Römer die bis zu 68 Grad heißen Thermalquellen zu schätzen.

Donnerstag, 26. 09.                                           Anfahrt (2.Tag)

Pünktlich um 9 Uhr packen wir bei zunächst leichtem Nieselregen die 470 Km bis zu unserem Ziel Verbania am Lago Maggiore an. Obwohl die Schweiz nicht zur EU gehört, gab es an der Grenze (Basel) keine Probleme. Unser Fahrer, Karl Heinz, war gut vorbereitet und konnte die Schweizer Beamten von der Harmlosigkeit seiner Gäste überzeugen. Es folgte bei aufklarendem Wetter eine wunderschöne Fahrt bei ständig wechselndem Landschaftsbild. Der St. Gotthardt Tunnel musste überwunden werden. Der viertlängste Tunnel der Welt (16,9 Km) war nach 10-jähriger Bauzeit 1980 eröffnet worden. Er wird z. Z. für eine gründliche Sanierung vorbereitet und ist bei Nacht schon häufig gesperrt. Anders als auf deutschen Autobahnen gab es hier aber keine Probleme. Die folgten erst  hinter Locarno bzw. nach dem Grenzübertritt zu Italien.  Es wurde nämlich sehr eng. Die Straße am Lago Maggiore entlang besteht eigentlich nur aus Kurven mit schönem Ausblick links zum See und steil aufragenden Felswänden rechts. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen halfen oft nur ein Stopp und gegenseitige Verständigung. Dass der Außenspiegel die Strecke schadlos überstanden hat, ist wohl nur den Fahrkünsten von Karl Heinz zu verdanken. Außerdem musste er noch italienische „Kamikazefahrer“ im Auge behalten.  Die avisierte Ankunftszeit im Hotel wurde um 45 Minuten überschritten. Mit der 400m vom See entfernten 3-Sterne- Anlage „Il Chiostro“ (ein 4. Stern hätte die Reise um mindestens € 300,- verteuert) waren wir jedenfalls sehr zufrieden. Das Abendessen bestand stets aus einem 4-Gänge Menü und das Personal agierte freundlich, schnell und hilfsbereit. Bei einem “Absacker“ ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Dann wurden die Betten geprüft, die allerdings in einigen Fällen eine Nachbesserung erforderten, weil - landestypisch - nur eine dünne Decke vorhanden war, die  u.U. zu nächtlichen, unserem Alter nicht angepassten, Zweikämpfen geführt hätte.

Freitag, 27. 09.                                Ausflug zu den Borromäischen Inseln    

Nach dem ansprechenden Frühstück stand bereits am ersten eigentlichen Urlaubstag gleich ein Top-Ereignis auf dem Programm. Die Fahrt zu den Borromäischen Inseln mit einer fachkundigen Führerin, die leider nur für diesen Tag zur Verfügung stand. Drei Inseln waren zu besichtigen. Mit unserem Bus fahren wir zu der in der Borromeo Bucht, schräg gegenüber von Verbania gelegenen Stadt Stresa.  Die Luftlinie von unserem Hotel beträgt nur ca. 7 Km, für die wir aber über eine Stunde brauchen, weil eben die Bucht umrundet werden muss. Ein kleines Motorboot bringt unsere Gruppe zunächst zur „ Isola Bella“ -die Schöne-. Im 17. Jh. wurde das einstmalige schroffe Felsenriff mit nur wenigen dürftigen Fischerhütten von dem Namensgeber, Graf Carlo Borromeo, mit einer schlossartigen Burg bebaut und eingerichtet mit Reichtümern, die  -„wer hat, der hat“- ihresgleichen suchen. Der im Barrockstil errichtete Bau gilt mit
seinen, dem Gott Neptun gewidmeten Grotten als architektonisches Wunderwerk. Ein riesiger Garten mit vielen seltenen Pflanzen und zehn übereinander liegenden Terrassen vollendet das Bild von immensem Reichtum und Macht.
Zwei Stunden später taucht unser „Sprinterboot“ wieder auf und fährt uns zur Nachbarinsel Isola dei Pescatori, der Fischerinsel, wo wir uns von den eben gewonnenen Eindrücken etwas erholen können. Außerdem steht die Mittagspause an. Dass auf dieser Insel nur noch 40 Menschen wohnen sollen, ist zumindest tagsüber nicht zu merken. Hunderte von Touristen stürmen die zahlreichen Restaurants und kleinen Läden. Auch wir schlängeln uns durch die engen Gässchen,
genießen ein Eis oder etwas  Handfestes und treffen uns am Bootssteg wieder für den längeren Trip zur 3. Insel. Isola Madre heißt sie und ist angeblich „ das Paradies auf Erden“ (Flaubert). Mit solchen Bezeichnungen sollte man zwar vorsichtig sein, aber hier könnte der Franzose Recht haben. Schon die von einem Renato Borromeo 1590  erbaute Villa ist mit seinen z.T. lebensgroßen Puppen,  gedeckten Tafeln und  der Sammlung von Bühnenbildern und Kulissen sehenswert.
Noch mehr hat uns der botanische Garten beeindruckt. Aus aller Welt wurden Pflanzen importiert und zu einer tropischen Anlage zusammengefügt. Neben der Villa steht die älteste Kaschmir-Zypresse Europas. 70 Tonnen soll sie einmal gewogen haben, als ein Wirbelsturm sie im Jahr 2006 entwurzelte. In einer beispiellosen Rettungsaktion richtete man sie auf und hofft, dass sie eines Tages wieder zu ihrer alten Größe wächst.
Dieser Tag kann als Einstand zu unserer Reise nur als voll gelungen bezeichnet werden zumal auch Petrus uns wohlge-gesonnen war.                                                                                         

Sonnabend, 28. 09.                               Fahrt mit der Centovalli-Bahn

Wir wechseln vom Schiff zur Bahn. Auf dem Programm steht die Centovalli-Bahn, die uns vom italienischen Domodossola bis in die Schweiz nach Locarno bringen soll. Karl Heinz fährt uns zum Bahnhof. Alleine muss er dann die ganze Strecke wieder zurück und weiter nach Locarno, um uns dort am Nachmittag wieder abzuholen.

Die Bahnstrecke gehört zu einer Hauptverkehrsader zwischen Italien und der Schweiz. 33 Stationen werden  auf diesem Abschnitt passiert. Sonderzüge halten aber nur auf einigen größeren Orten. Für Statistiker: die Linie wurde 1923 eröffnet, ist 52 Km lang, durchfährt 31 Tunnel und überquert 89 Brücken. Die höchste passierte Stelle liegt bei 836 Metern und die Höchstgeschwindigkeit beträgt rasante 60 Km/h. Gefahren wird knapp zwei Stunden, weil gelegentlich ein Gegenzug
abgewartet werden muss. Freundlicher Service wird auch geboten. Wir passieren auf der italienischen Seite das Vigezzo-Tal und in der Schweiz das Centovalli-Tal. Da unsere heutige Reisebegleitung sich mit Erläuterungen zurückhält, können wir uns voll auf die ständig wechselnde Landschaft konzentrieren. Das allerdings lohnt sich wirklich. Die teils sehr engen Schluchten mit den sich in die Felsen einschmiegenden Dörfern waren beste Fotomotive. Schwindelerregende Blicke von den Brücken in die Tiefe gab es als Sonderzugabe. Ein kleiner Ort erregte unsere Aufmerksamkeit, weil alle Häuser mit fünf oder sechs Schornsteinen ausgestattet waren. Ein Paradies für Schornsteinfeger, die ja nur im Winterhalbjahr tätig sind, und das  in jedem Frühjahr groß feiern. (Im Sommerhalbjahr kümmern sie sich um ihre Felder und die Ziegen)     
Hoch zufrieden verlassen wir in Locarno den Zug und erkunden die Stadt zunächst mit Führung und  dann auf eigene Faust mit einer Eis- oder Kaffeepause. Unser Bus war inzwischen auch angekommen. Erneut drängelten wir uns über die schon bekannte Straße am See entlang zurück nach Verbania. Diesmal mit einem Stopp bei einem findigen Händler, der in einer kleinen Bucht seine natürlich „molto bueno“ Ware anpries. Wir erstanden Obst, Grappa, Limoncello und Würste. Ob es wirklich günstig war, weiß man bei diesen Leutchen nie.

Wie immer traf man sich nach dem Abendessen in einem Nebenraum zum Klönen. Die an der Bar zu beziehenden ausgezeichneten „Mochitos“ nahmen dabei -zumindest beim Verfasser- eine Favoritenrolle ein.  Lautes Gelächter von einem Nebentisch bewies, dass einige Damen unter Aufsicht von „Kiebitz“ Hans viel Spaß beim UNO-Spiel hatten.

Sonntag, 29. 09.                                                Ausflug zum Ortasee.  

Auf gleich zwei Ereignisse können wir uns heute freuen; dem im Reiseführer sehr gelobten Orta-See und - endlich -  die ersehnte Weinprobe. In Italien natürlich ein „Muss“. Die neue Reiseführerin, schon die dritte, hatte mit Sprache und Informationsfluss Schwierigkeiten. Wie wir erst später erfuhren, musste sie kurzfristig einspringen, obwohl sie selbst gerade mit familiären Problemen zu kämpfen hatte.  Nach einer einstündigen Busfahrt musste noch ein 20-Minuten Fußmarsch vom Parkplatz bewältigt werden. Dank guter Kondition war er für die meisten kein Problem. Wo nötig, halfen Taxen aus. In der malerischen Altstadt angekommen, reihten wir uns in das sonntägliche Menschengewühl ein. Die als besonders sehenswert geltende sagenumwobene Isola di San Giulio mit ihrem Nonnenkloster ist z.Z. für Besucher gesperrt. Die Legende besagt, dass die Insel einst von Seeungeheuern bewohnt wurde.  Erst Ende des 4. Jh. vertrieb ein                                                                                                                                                                                                                       griechischer Heiliger die Viecher und baute selbst eine Kirche. Reste davon wurden beim Bau der heutigen Anlage noch gefunden. Die Insel dient nicht nur als Motiv für Fotografen, auch zahlreiche Maler betätigten sich hier, so auch der deutsche Filmstar Karl Heinz Schroth, den wir bei unserem Rundgang am Ufer entdecken, zwar nur in Bronze gegossen, aber immerhin. Er soll dort häufiger Urlaub gemacht haben. Wir versüßen uns den nicht allzu langen Aufenthalt mit hervorragendem Eis und wandern langsam zurück zum Parkplatz. Dort angekommen empfing uns Karl Heinz mit einem stärkenden Umtrunk und dem vorbereiteten Mittagsmenü (semper idem).  

Es geht weiter zu einem kleinen Städtchen namens Ghemme. Der Inhaber des dortigen Weinguts empfing uns persönlich in einem riesigen, sehr modern eingerichteten Einkaufsbereich. Man fühlte sich wie in einem Supermarkt, in dem alles angeboten wird, was nur im Entferntesten mit Wein und gutem italienischen Essen zu tun hat. Unsere kauf- und trinkfreudige Truppe machte davon regen Gebrauch. Besonders Grappa und Limoncello waren gefragt. Wein hatten wir schon vorher im Keller probiert, wo uns der deutsch sprechende Chef all das erzählte, was wir schon oft an anderer Stelle
gehört hatten. Die zusammen mit kleinen Käse- und Wurst-spezialitäten zu verkostenden Weine wurden - je nach Geschmack und Vorliebe - unterschiedlich beurteilt. Wir verstauten unsere Einkäufe im Bus und in gehobener Stimmung ging es mit Blick auf den Lago Maggiore über die Autobahn heimwärts.

Montag, 30. 09.                                                      Ein freier Tag   

Die Vorschriften bei einer längeren Reise fordern für den Fahrer nebst Bus einen Ruhetag. Dass daraus nichts wurde, dafür sorgten ein paar Ganoven, die versucht hatten, gleich vier - auf einem vom Hotel abseits gelegenen Parkplatz -  abgestellte Busse aufzubrechen. Für Karl Heinz war der Tag gelaufen. Bei seinem Bus waren sie zwar gescheitert, aber der Ärger über Blechschäden und die folgenden Scherereien mit Polizei und Behörden - Italiener verstehen kein Deutsch -  waren groß. Unsere Truppe hatte das Angebot des Hotels angenommen, an einer Führung durch die Anlagen mit seiner wechselhaften Geschichte teilzunehmen. Angefangen hatte es im 17. Jahrhundert mit einem Kloster. Die Kellergewölbe sind noch gut erhalten und werden für Veranstaltungen genutzt. Wir ließen uns umgehend einen Raum für den Abschiedsabend am Mittwoch reservieren.  Nach dem Rundgang konnte jeder seine eigenen Wege gehen. Merkwürdiger-weise führten diese die meisten zur Anlegestelle der Autofähre, um zu dem gegenüber von Verbania liegenden Örtchen Laveno- Mombello zu gelangen. Mit Hilfe von Karin, der des italienischen mächtigen Ehefrau unseres unvergessenen „Römers“ Ennio, erstanden wir ein günstiges Gruppenticket für über 20 Leutchen und genossen bei Bilderbuchwetter die halbstündige Fahrt über den Lago  Maggiore.

Dort bot sich eine Seilbahn auf den immerhin 1062 m. hohen Sasso del Ferro an. -  Seilbahn ist etwas schmeichelhaft. Es handelte sich mehr um eine Art Lift mit eimer- förmigen Behältern für maximal zwei stehende Personen, die von manchem Fahrgast mit kritischem Blick betrachtet wurden. Die Aussicht auf See und Umgebung während der schaukligen Auffahrt war allerdings großartig.  -  Wieder unten langte die Zeit bis zur Rückfahrt noch für eine große Portion vom unübertrefflichen italienischen Eis.  -  Anzumerken ist noch, dass die nicht an diesem Ausflug teilnehmenden Kollegen den Tag nicht etwa verpennten, sondern ein anderes Ziel, Stresa, mit einem noch höheren Berg aufsuchten.   Ein rundum gelungener „freier“ Tag“ für uns; nur nicht für Karl Heinz und seine Marlene.                                                                                                                                                 

Dienstag, 1. Okt.                                                   Val  Verzasca

Mit der Centovalli Bahn hatten wir uns schon am Dienstag  von der Schönheit einiger Täler überzeugen können. Heute stand mit dem Schweizer Val Verzasca noch einmal so ein Erlebnis bevor. Das Tal konnte nichts dafür, dass dieser Tag sich trüb und regnerisch zeigte. Unserem Wetterbeauftragten gelang es gerade noch den zweistündigen Aufenthalt im letzten Dorf des Tals, Sonogno, trocken zu halten.  Die Anfahrt führte erneut am See entlang, an Locarno vorbei, und danach auf einer sehr engen kurvenreichen Straße hinauf zum Staudamm der Verzasca. Dahinter breitet sich der Lago di Vogorno aus. Das Tal führte nur wenig Wasser, weil es seit zwei Jahren nicht ausreichend geregnet hat.  Der blaugrün schimmernde See war trotzdem gut gefüllt. Mehrere Wasserfälle mühten sich offensichtlich den Pegel zu halten.
Von den vielen kleinen an den Felswänden liegenden Dörfern,  hatte eins den Ruf, die kleinste Gemeinde der Schweiz zu sein, sogar mit Kirche. Nur 80 Menschen leben dort. Die Anzahl der Ziegen ist vermutlich größer. Nach einem ausgiebigen Rundgang in Sonogo mussten die obligatorischen Würstchen im Bus verspeist werden, obwohl es trocken war. In der Schweiz darf nämlich außerhalb von einem Bus nichts verkauft werden.  Die gute Stimmung wurde mit den von Karl Heinz spendierten „Spezialitäten“ aufrechterhalten.  -   Zurück fährt man zwar die gleiche Strecke wie hin, aber trotzdem wird es nie langweilig, weil der Blickwinkel eben ein anderer ist. Dieses Tal ist auch bei trübem Wetter einen Ausflug wert.


Mittwoch, 2. Okt.                                         Abschied von Verbania

Die Wolken sind wie weggeblasen und wir besuchen am letzten Tag in Verbania den Park der Villa Taranto. Der liegt nur knappe drei Km von unserem Hotel entfernt. Wir durften sogar ausschlafen, weil Karl Heinz zunächst die Polizei besuchen musste um das Protokoll abzusegnen, was aber mehr eine Formsache war.  Wohl versehentlich hat er sich dann mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Ein Fehler, wie sich noch zeigen sollte.  Zunächst aber besichtigen wir den riesigen Park, der von einem schottischen Offizier und leidenschaftlichen Gärtner in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschaffen wurde. Wieder einmal reicht hier nicht der Platz, um die ganze botanische Pracht mit Brücken, Teichen, Terrassen und Gewächshäusern herum zu beschreiben. Gleich zu Anfang durchwandern wir einen
Bereich mit über 300 Dahlienarten. Sehr langsam geht es weiter auf gut ausgeschilderten Wegen. Zwei Stunden lang durchstreifen wir einen Park der seinesgleichen sucht. Im dazugehörenden Restaurant gelang es anschließend Durst und Hunger zu stillen und so nebenbei das Bedienungspersonal zu verwirren.

Fast alle schenkten sich die Rückfahrt mit dem Bus und wanderten lieber am See entlang. Den Nachmittag darf jeder nach eigenem Gusto verbringen. Koffer packen, eine letzter kleiner Einkaufs-bummel in unserem Stadtteil Intra, oder auch ein Nickerchen sind angesagt. Danach, schon zum Abendessen, schmeißt jeder sich in Schale für die Abschiedsparty im Weinkeller. Beim Genießen des wie immer leckeren Salatbuffets war unser Fahrer plötzlich verschwunden. Nein, nicht schon wieder dachten wir, und doch stimmte es. Erneut hatte eine Bande auf dem Parkplatz zugeschlagen, war aber vermutlich gestört worden.  Wir hatten aber auch diesmal Glück. Der Einsatz unseres Busses am nächsten Morgen war nicht gefährdet. Nur Karl Heinz traf seine „Freunde“ auf der Polizeiwache wieder. Zur Abendveranstaltung tauchte er etwas verspätet wieder auf, nicht ohne vorher sein Gefährt mit Sondergenehmigung direkt am Hotel abzustellen. Für eine Stadt, die vom Tourismus lebt, sind derartige Vorkommnisse sicher nicht hilfreich.  
Der Abend im urigen Keller verlief in netter Atmosphäre. Das Hotel hatte Teller mit Gebäck spendiert und für die Erstbestellung einen Ober gestellt, der ein Wunschgetränk für jeden besorgte, das von der Reisekasse übernommen wurde. Unserem Reiseleiter Hans verhalf das zu einem Extra-Beifall. Beifall erhielt auch Irmgard, die sich bei ihm und seinem Assistenten im Namen der Gruppe für die Organisation dieser wieder ereignisreichen Reise bedankte. Die von Hans erbetene „Manöverkritik“ hielt sich sehr in Grenzen. Nicht allerdings der Wunsch nach einer Fortsetzung. Dafür wünscht sich jeder potenzielle Veranstalter aber dringend Vorschläge. 

Donnerstag, 3. Okt.                              Rückreise, (Verbania-Rastatt)

Nicht nur aus Platzgründen sollten Rückreisetage nur kurz beschrieben werden. Sie sind ja auch nicht unbedingt ein Grund zur Freude. Diesmal haben wir es aber mit einer Ausnahme zu tun. In Deutschland wird die Wiedervereinigung gefeiert, und wir starten - noch in Italien - mit einem Geburtstagslied für Susi, das ohne unsere Starsänger Sabine und Hans K. zwar nicht so kräftig wie sonst klang, aber trotzdem eine „ feuchte Runde“ einbrachte. Unser Geschenk bestand aus einer

GeLH Wundertasse und einem traumhaften Blick auf die Schweizer Bergwelt. Eine weitere Überraschung bereitete uns allen Karl Heinz mit einem Abstecher nach Luzern. Diese Stadt am Vierwaldstätter See ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Dem stimmen viele Menschen aus aller Welt zu,  was sich besonders auf der Kapellbrücke zeigte. Mit 205 Metern ist sie die zweitlängste überdachte Holzbrücke Europas. Zur interessanten Geschichte lohnt ein Besuch bei Wikipedia! 
Da uns weder die Schweizer Autobahnen noch die Grenzbeamten Probleme bereiteten, kamen wir so zu einem zusätzlichen Urlaubstag. Das „Best Western Hotel“ in Rastatt bereitete vor dem „Check in“ zwar leichte Probleme, kompensierte dies aber mit einer sehr guten „Henkersmahlzeit“.

Freitag, 4. Okt.                                         Von Rastatt nach Hamburg.

Es fing gut an mit einem ansprechenden Frühstücksbuffet, und die Koffer kamen noch trocken in den Bus. Trotz des sich schnell verschlechternden Wetters und zahlreicher Baustellen kamen wir noch relativ zügig in den Norden. Nach der Mittagspause (Allertal) kam die unvermeidbare „Ober bitte zahlen“ Runde. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Danke!
Es wurde vom Service-Mann mit Dank und freundlichen Worten an Karl Heinz übergeben. Wieder einmal hatte er uns in manch kniffligen Lagen versiert und sicher 3000 Kilometer gefahren. Er und Marlene erhielten großen Beifall von uns und von unserem Reiseleiter und noch einen Nachschlag zur Verzehrrechnung.
Um 17.30 Uhr war eine Box am ZOB reserviert. Das ging gründlich daneben. Kurz vor der Abfahrt HH-Harburg ein Riesenstau. Unser Versuch ihn über Wilhelmsburg zu umgehen scheiterte kläglich und verhalf den Norderstedtern noch zu einer Zwangspause wg. Fahrzeitüberschreitung.     
Fazit: zu den vielen schönen Reisen von unserer Gemeinschaft ist eine weitere dazugekommen.

Euer Service Mann   

Klaus Heuer           

Hamburg, im Okt. 2019

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