Apfeltour ins Alte Land vom 19. September 2017

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Pünktlich um 10.30 Uhr ging es los, wie immer in Langenhorn. Gutes Wetter und gute Laune waren die besten Voraussetzungen für einen schönen Tag. Mit dem Bus fuhren wir zum Obsthof Lefers in Jork. Gleich nach Ankunft begrüßten uns Herr Lefers und seine Frau mit einem Glas naturtrüben, sehr leckeren Apfelsaft. Dabei erzählte Herr Lefers, dass der Hof seit 230 Jahren in Familienbesitz sei, und hier überwiegend Apfel angebaut werden. Wie viele andere Obstbauern auch, betreibt die Familie Lefers noch als zweites Standbein einen Hofladen, vermietet Räumlichkeiten für Feiern und Veranstaltungen und macht Führungen durch die Plantage - wie heute mit uns.

Herr Lefers sprach von den verschiedenen Apfelsorten, den alten und neuen und auch von den vielen Schwierigkeiten im Anbau sowie über das allbekannte Vorhaben „Elbvertiefung“, dass wenn es wie geplant durchgesetzt wird, den Obstbauern viel Ärger und Sorge bereiten kann.

Dann folgte ein kleiner Spaziergang durch die Apfelplantage. Dabei erzählte Herr Lefers, dass in Deutschland Äpfel (wegen der Verletzbarkeit) mit Stiel gepflückt werden. Äpfel, die aus anderen Ländern importiert werden, haben keinen Stiel, denn sie werden „oben ohne“ geerntet.

Die Anfänge des Apfelanbaus begannen im Jahr 1320. Heute gibt es ca. 650 Obsthöfe im Alten Land. Außer den verschiedenen Apfelsorten (vorrangig Elstar) werden im geringeren Maße auch Erdbeeren, Süß- und Sauerkirschen, Birnen, Pflaumen und Zwetschgen angebaut.

Der Obstanbau beansprucht den Bauern das ganze Jahr hindurch. Im Frühjahr wird überwiegend der Frost- und Pflanzenschutz durchgeführt, im Sommer der Baumschnitt und die Ausdünnung, im Herbst erfolgt die Ernte und Lagerung, wobei die Äpfel, damit keine Druckstellen entstehen, alle per Hand gepflückt und vorsichtig abgelegt werden müssen. Im Winter ist dann die Rodung, Sortierung, Baumpflege und wieder ein Baumschnitt an der Reihe.

Die Lagerung der Äpfel erfolgt in einer kontrollierten Schutzatmosphäre (der sogenannten CA = controlled atmosphere). In einem besonderen Verfahren werden im Lagerraum 90% Luftfeuchtigkeit und nur 1% Sauerstoff erzeugt.  Herr Lefers Tipp für uns: Im Haushalt sollte man die Äpfel

 im Kühlschrank oder einem anderen kühlen Platz aufbewahren, kann ruhig in der Plastiktüte sein, aber es muss Luft an die Äpfel kommen. Die bekanntesten Apfelsorten sind in dieser Region u.a. Elstar, Jonagold, Boskoop, Gravensteiner, Cox und Holsteiner Cox. Die alten Sorten werden, da die Nachfrage fehlt, nur noch in geringem Umfang angebaut. 

Nach dem Spaziergang und Vortrag stand für uns eine leckere Gulaschsuppe bereit. Die ließen wir uns gut schmecken und besuchten anschließend noch den Hofladen und die Schnapsbrennerei. Der Hofladen war das reinste Einkaufsparadies. Einige von uns haben dann beim Einkaufen auch ordentlich zugeschlagen. 

Um 14.30 Uhr traf der Gästeführer in original Altländer Tracht ein. Er wollte uns das „Alte Land“ näherbringen und gab uns gleich zu Beginn einen Überblick über die zweistündige Rundtour, die uns von Jork nach Ladekop, Mittelkirchen, Steinkirchen, Gründeich und wieder nach Jork führen sollte. Wir fuhren an vielen schönen alten reetgedeckten Fachwerkhäusern vorbei. Sie stammen aus verschiedenen Jahrhunderten, sind aber teilweise sehr gut erhalten, z.T. noch bewohnt und werden liebevoll gepflegt. Etliche der Bauernhöfe schmückt eine Prunkpforte. In Mittelkirchen machten wir einen Stopp und besichtigten die Kirche „St. Bartholomäus“ die im Jahr 1322 erstmals erwähnt wurde.

Aus Feldsteinen und Holz erbaut wurde sie in der Spätgotik und im Barock-Zeitalter mit Backsteinen ummantelt. - Dann fuhren wir weiter zum Museum „Altes Land“ in Jork. Dort war an der Scheunenfassade auf Großfotos die verheerende Wirkung der Sturmfluten, auch die von 1962, dokumentiert. Im Museum konnte man die Entwicklung der Region von Mitte des 12. Jh. bis heute verfolgen. Weiter waren schöne antike Altländer Möbel mit aufwendigen Schnitzereien und hübsche Trachten ausgestellt sowie Ackerwagen und wunderschön bemalte Prunkkutschen und –schlitten aus dem 18. Und 19. Jahrhundert.

Nach unserer Rückkehr auf den Lefershof gab es Kaffee mit leckerem Butter- und Apfelkuchen. Danach kauften einige GeLHer im Hofladen noch die verbliebenen Reste auf.

Gegen 17.30 Uhr verließen wir das Alte Land und fuhren gen Heimat. Unsere Fahrerin Ute brachte uns - wie immer - gut und sicher zum Ärztehaus in Langenhorn.

Bemerkenswert ist es auch, dass wir ohne nennenswerten Stau hin- und zurückgekommen sind.

Es war wieder eine sehr schöne Tagestour.

Vielen Dank an Hans und Gerd, die diese Tour erkundet und für uns ausgearbeitet haben.

Jutta Behrens

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