GeLH-Radtouren-Rückblick 2016

von

- 1000 km durch Norddeutschland -

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, …?

So oder so ähnlich formulierte unser Dichterfürst Goethe diese Zeilen und er musste es ja wissen, er war schließlich auf seinen vielen Reisen auch in Deutschland unterwegs.

Angelehnt daran plante unser „Organisationsteam Klaus Roll, Klaus Petroff, Bernd Cassens, Klaus Marczoch“ schöne und interessante Ein- und Mehrtages-Radtouren in der näheren Umgebung von Hamburg und im Großraum Norddeutschland.

Die Norddeutsche Tiefebene hat ihren besonderen Reiz. Moore und Heideflächen, eingedeichte Flussläufe, Felder mit kleinen Baumgruppen und Büschen, unterschiedliche Laub- und Nadelwälder und Wiesen zieren das weitgehend platte Land. Das alles galt es im Laufe der Jahreszeiten vom Frühling bis in den Spätherbst zu erkunden.

Absolut perfekt verlief der Saisonauftakt im März ab dem Fähranleger Zollenspieker in die weite und flache Landschaft der Winsener Marsch, südlich von Hamburg. Angenehme Temperaturen, kein Wind und fast autofreie Strecken. Die 51 gefahrenen Kilometer steckten wir dann also leicht weg.

Durchs „Stormerland“, der alten historischen Bezeichnung für einen Landstrich in Mittelholstein, radelten wir im April gemütlich und ohne Hast 42 km ab Bargfeld-Stegen. Das war quasi Natur pur: riesige Ackerflächen, Moor- und Heideflächen, Wälder und die alten Bahntrassen, umfunktioniert zu Radwanderwegen, waren schon beeindruckend.

Die Touren im Mai führten uns zunächst als Tagestour 44 km ab dem Wildpark Eekholt in die reizvolle Auen-, Moor- und Heidelandschaft zwischen Bad Bramstedt und Bad Segeberg.

Danach unternahmen wir Ausflüge ab Hitzacker in die Elbmarschauen und in das UNESCO-Biosphärenreservat. Die Natur ist hier an vielen Stellen noch besonders ursprünglich – einer der wenigen positiven Nebeneffekte der jahrzehntelangen deutschen Teilung. Diese war dafür verantwortlich, dass die Elbe als Grenzfluss weitgehend sich selbst überlassen war, so dass die Natur sich hier fast ungestört entwickeln konnte. Nach 3 Touren mit insgesamt 96 km besuchten wir 4 Bundesländer. Anschließend unternahm eine weitere Gruppe 3 Halbtagestouren in der Lüneburger Ostheide ab Bad Bevensen. Diese waren wegen der vielen und tückischen Steigungen bei 104 km Wegstrecke anstrengend, Erholung brachte aber der anschließende Besuch der Thermen, wieder.

Im Juni, bei sommerlichem Wetter und erstmals einem kleinen Regenschauer umrundeten wir nach 41 km Wegstrecke den Großen Plöner See. Mittagsrast auf der Prinzeninsel, stets ein Blick auf den See und der obligatorische Abschlusskaffee rundeten diesen schönen Tag ab.

Im Juli mussten wir aufgrund des unbeständigen Wetters kurzfristig um planen. Dennoch erwischten wir noch 2 regenfreie Tage und absolvierten ab Norderstedt eine 50 km Tour Richtung Lutzhorn und danach noch eine „Spontantour“ mit 51 km in die Umgebung von Alveslohe und Ellerau.

Unsere „Landpartie im August“ ab Bad Bramstedt führte uns durch die Holsteiner Auenlandschaft und mit 41 km bis an den Mühlenteich in Bokel. Kurzfristig arrangiert dann auch noch die „Landuntertour“ in die Wilstermarsch mit 40 km Fahrtstrecke. Dabei querten wir die Tiefste Landstelle Deutschlands mit 3,54 m unter Normalnull um nach wenigen Kilometern am Nord-/Ostseekanal in Augenhöhe mit den großen Pötten zu sein.

Im September hatten wir neben der 45 km langen Stadttour von Norderstedt in Richtung Flughafengelände, Eppendorfer Moor, Parkfriedhof Ohlsdorf, Alsterlauf Richtung Poppenbüttel und zurück, auch noch 2 weitere Mehrtagestouren auf der Agenda.

Eine Gruppe fuhr 4 Tage nach Behringen in die uns bekannte Unterkunft „Zur Grünen Eiche“, um von dort reizvolle Touren in die Lüneburger Heide, zu unternehmen. Bewältigt wurden 150 km. Unsere zweite Gruppe mit ein paar Gästen besuchte zum wiederholten Mal den Müritz-Nationalpark mit einer Rad-/Fährschiffstrecke von 182 km. Ausgangspunkt war wieder die Pension „Zur Fledermaus“ in der Nähe von Waren. Für beide Touren mussten wir aber übereinstimmend feststellen, das „Natur pur“ nicht unbedingt fürs Radfahren geeignet ist. Staubige, verwurzelte und tief trockene Wege ließen uns so manches Mal absteigen, schieben und natürlich „fluchen“. Aber wir haben das alles geschafft!!

Unsere letzte Tour im Oktober unternahmen wir ab Norderstedt durch die "Aktivregion Alsterland“, Richtung Ammersbek und zurück mit einer Radstrecke von 47 km.

Nachdem unser regulärer Tourenplan 2016 „abgearbeitet ist“, gilt ein herzlicher Dank den Organisatoren und allen Teilnehmern. Das war ein schönes Rad Jahr 2016.  Der Film- und Bildvortrag von Klaus Petroff anlässlich unseres Abschlusstreffens, belegte dies noch einmal eindrucksvoll.

Wir hoffen, euch alle nächstes Jahr wieder dabei zu haben, denn da stehen wieder neue und interessante Touren zur Auswahl. Einige Strecken wurden von unseren „Scouts“ hinsichtlich Streckenbeschaffung, Einkehrmöglichkeit etc. schon vorgefahren, z.B. im Unterelbebereich bis in die Köge an der Dithmarscher Nordseeküste, usw.

Mehrtagestouren können bei bekundetem Interesse, z.B. nach Hitzacker, Bad Bevensen, etc. spontan und auch im kleineren Kreis noch zusätzlich organisiert werden (Ansprechpartner Klaus Roll).

Dem allgemeinen Trend folgend fährt die Mehrzahl unserer Radler mit einem E-BIKE: Radeln so quasi mit Rückenwind aus der Steckdose. Ein E-Bike ist nicht Ersatz, sondern eine umweltfreundliche Verstärkung für die Kondition. Der Aktionsradius wird vergrößert und selbst steilere Passagen können im sog. Wohlfühlbereich bewältigt werden. Allerdings bleibt die Geschwindigkeit unserer Gruppe stets im moderaten Bereich, so dass keiner abgehängt und „verloren“ geht.

Ein paar Zahlen und Daten zum Abschluss: Gefahrene Kilometer 2016 ohne Testfahrten = ca. 984 km, mit insgesamt 190 Teilnehmern (~14 pro Tour, Tages-km ca. 42 pro Tour). Alles in allem sind das ca. 13.000 km, entspricht der Landroute von Hamburg - Tokio oder 50x Hamburg-Berlin.

Anzeige der Bilder in der Fotogalerie.

Input, Daten, Bilder, Bericht: Klaus Roll, Klaus Petroff, Rainer Suhr.

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