Fahrradtour ab Hitzacker-Elbe

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Fahrradtour ab Hitzacker/Elbe und Bad Bevensen/Lüneburger Heide

Unsere erste mehrtägige Radreise vom 23.05. - 28.5.2016 führte uns zunächst in die südöstlich von Hamburg gelegene, malerische Flusslandschaft Elbe. Quartier machten wir, d.h. 17 GeLH‘er-Radler/innen in einem urig gemütlichen Landhotel in Wietzetze, ca. 8 km von Hitzacker an der Elbe, entfernt. 

1. Tag:  Zum Auftakt trafen wir uns am frühen Nachmittag am Ortsausgang von Hitzacker auf dem gebührenfreien Sammelparkplatz, ideal um die Tour in die Elbmarsch, zu beginnen. Vom befestigten Radweg auf dem Elbdeich hatten wir stets einen Panoramablick auf die Elbtalniederung und den ruhig dahinfließenden Strom. Auffallend waren die vielen, bereits besetzten Storchennester, z.T. schon mit Jungvögeln. Auch war der eine und andere Greifvogel sowie in der Nähe von Gehöften Schwärme von Schwalben zu sehen. Bei Damnatz verließen wir den Elbdeich und radelten landeinwärts - insgesamt 27 km - durch Wiesen und Felder wieder Richtung Hitzacker. 

2. Tag: Von Hitzacker, direkt an der Einmündung der Jeetzel in die Elbe, setzten wir mit einer kleinen Personen- und Fahrradfähre nach Bitter, noch in Niedersachsen, über. Jetzt im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzgebiet und heutigem UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ blieben Pflanzen und Tiere jahrzehntelang ungestört, man findet die Natur weitestgehend noch in einem ursprünglichen Zustand vor. Ein notwendig gewordener Eingriff musste allerdings wegen der in den letzten Jahren immer höher werdenden Elbfluten vorgenommen werden. Deicherhöhungen und Schutzwände sowie die gemessenen Pegelstände an verschiedenen Orten waren unübersehbar. Politischen Streit gab es seinerzeit auch um die innerdeutsche Grenze, wodurch das ehemalige Grenzdorf Rüterberg von 1967 bis 1989 durch Grenzanlagen sowohl zur BRD als auch zur DDR von der Außenwelt abgeschnitten, war. Als Protest gegen die durch die Isolierung bestehende Situation wurde am 8. November 1989 von den Bewohnern in Anlehnung an die schweizerischen Urkantone die Dorfrepublik Rüterberg ausgerufen.

Das frühere Eiserne Tor erinnert als Mahnmal an die Geschichte des Dorfes.

Weiter ging es Richtung Dömitz mit Blick auf die Zeugen der jüngeren und älteren Vergangenheit, wie die Wachtürme der Grenzposten an der Elbe, die Ruinen der Dömitzer Eisenbahnbrücke und die mittelalterliche Festungsanlage.

Im Hafenrestaurant mit maritimen Charakter, gelegen in einem ehemaligen Speicher, genossen wir verschiedene Fischspezialitäten von den Müritz Fischern sowie die saisonalen Produkte der Bauern aus der Region.

Über die 970 m lange Straßen Brücke über die Elbe, jetzt wieder in Niedersachsen, gelangten wir nach 46 km wieder in Hitzacker an.

3. Tag: Nach dem Auschecken fuhren wir per Auto samt Räder nach Gorleben und überquerten die Elbe wieder per Autofähre Richtung des Ortes Lenzen, gelegen im äußersten Nordwesten des Bundeslandes Brandenburgs. Auf dem Elbdeich mit Blick auf Niedersachsen und vorbei an riesigen Schafherden erreichten wir per Fähre dann Schnackenburg.

Schnackenburg ist die östlichste Gemeinde in Niedersachsen. Sie hat rund 600 Einwohner und ist die kleinste Gemeinde mit Stadtrecht in Niedersachsen und eine der kleinsten Städte Deutschlands. Nach dem Mittagessen im rustikalen Restaurant „Felicitas“ besichtigten wir noch das Grenzland-Museum. Hier wird mit einer Ausstellung an die 45 Jahre dauernde Teilung Deutschlands, an den Eisernen Vorhang und den kalten Krieg, erinnert. 

Nach 23 gefahrenen Kilometern endete bei Gorleben der erste Abschnitt unserer Touren an der Elbe. Einige GeLH‘er beendeten hier die Radreise, andere fuhren weiter nach Bad Bevensen, gelegen im Osten der Lüneburger Heide. 

4. - 6. Tag: Für die restlichen 3 Tage hatte Klaus Roll Touren geplant, getreu dem Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Gut untergebracht waren wir in der Hotelanlage „Ilmenau Tal“, unweit der Jod-Sole Therme und des Stadtkerns mit seinen Parkanlagen. 

Jeweils nach dem Frühstück machten wir vom Hotel aus auf ausgeschilderten Radwegen Touren in die Region. Ausgedehnte Wälder, Fluss- und Auentäler, idyllische Heideflächen und weite Ackerflächen wechseln sich ab und prägen ein Landschaftsbild, das den Slogan "vielfältige Lüneburger Heide" trefflich untermauert. Alles war schön bei diesen Touren, selbst das Wetter. Kein Regen, kaum Wind, wenn nicht diese langen flachen Steigungen wären. Von den 11 GeLH'ern hätten sich 3 wohl augenblicklich ein E-Bike gewünscht, als die „Motorisierten“ lächelnd an ihnen vorbeifuhren. Aber das war schnell vergessen und Entspannung und Erholung fanden wir dann danach in der Therme. Insgesamt legten wir ca. 100 km rund um Bad Bevensen zurück und waren stolz auf die bewältigte Gesamttourenlänge von nahezu 200 km.

Nach dem letzten gemeinsamen Abendessen im Hotel ließen wir die Touren noch einmal Revue passieren und dankten Klaus in launigen Worten für die viele Arbeit und Organisation.

R. Suhr 

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